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Jenseits der Grenze


Christian Strodel

Jenseits der Grenze

Emotionen zeigen sich oft dort, wo wir sie am wenigsten erwarten: in Grenzen, Brüchen und stillen Barrieren. Der Stacheldraht im Vordergrund steht für Gefühle, die wir nicht aussprechen dürfen – Schmerz, Angst, Scham. Dahinter verschwimmt eine Welt, die weitergeht, während das Innere festgehalten wird. Emotionen entstehen hier aus dem Eingesperrtsein – und Betroffene versuchen, sie zu kontrollieren, weil ihre Freisetzung zu schmerzhaft wäre. Das Bild zeigt, wie wir Gefühle einrahmen, bannen oder hinter inneren Gittern verstecken. Während unserer Reise besuchten wir das Tuol-Sleng-Genozid-Museum in Phnom Penh – einen Ort, an dem Emotionen einst verboten waren und bis heute in den Räumen nachhallen. Die Stille dort erzählt von Angst, Verlust und unterdrückten Gefühlen. Dieser Ort erinnert daran, dass Emotionen universell sind: Sie zeigen sich in Trauer und Schmerz, sie werden verborgen, wenn Gewalt oder Macht sie unterdrücken, und sie werden kontrolliert, um zu überleben.

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